Experten über Entwicklung überrascht
Drastisch billigeres Öl und Benzin haben den Preisdruck in Deutschland so stark gedämpft wie seit rund zehn Jahren nicht mehr. Die jährliche Teuerungsrate fiel im März auf 0,5 von 1,0 Prozent im Februar.
Zum Vormonat gaben die Preise sogar um 0,1 Prozent nach, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Die stark nachlassende Inflation überraschte selbst Experten, die mit einer Jahresrate von 0,8 Prozent gerechnet hatten. Einige Fachleute erwarten, dass die Teuerung bis Mitte des Jahres Richtung null sinken wird. Die Lebenshaltungskosten könnten im Sommer vorübergehend sogar niedriger als im Vorjahr ausfallen, als der Ölpreishöhenflug die Inflation massiv anheizte.
Der Preisauftrieb fiel im März so niedrig aus wie zuletzt im Juli 1999. Damit setzte sich ein Trend fort, der Mitte vorigen Jahres begann und nur im Februar unterbrochen wurde. Noch im Juli 2008 hatte die Teuerungsrate im Aufschwung ein 15-Jahres-Hoch von 3,3 Prozent erreicht. Seither hat die Wirtschaftskrise die Ölnachfrage stark gedrückt, womit auch die Preise auf Talfahrt gingen.
Die Preise für Nahrungsmittel, die sich noch voriges Jahr im Aufschwung massiv verteuert hatten, sind nun annähernd stabil: In Bayern und Baden-Württemberg mussten die Konsumenten dafür nur 0,4 Prozent mehr aufwenden als im Vorjahr. Für Gas und Strom mussten die Verbraucher hingegen tiefer in die Tasche greifen: Die Preise für Gas zogen in Nordrhein-Westfalen und Hessen etwa um ein Fünftel an. Strom verteuerte sich in Sachsen um mehr als 7 Prozent.
Bundesbankchef und EZB-Ratsmitglied Axel Weber hat bereits deutlich gemacht, dass Inflation auf absehbare Zeit kein Problem sein wird. Darauf deuten auch die stark verbilligten deutschen Importe hin: Die Einfuhrpreise fielen im Januar um 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und damit so stark wie seit fast zehn Jahren nicht. Die Importpreise gelten ebenso wie die Erzeuger- und Großhandelspreise als Indikator für die künftige Inflationsentwicklung, da Preisveränderungen in der Regel mit zeitlicher Verzögerung bei den Verbrauchern ankommen.
Quelle: ZDF Info / reuters



