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Weltrangliste der Arbeitsproduktivität

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Deutschland ist für stark automatisierte und technisch anspruchsvolle Produktionen ein guter Standort. Für weniger komplexe und für lohnintensive Produktionen ist es hierzulande aber zu teuer. Daher werden weiterhin Arbeitsplätze abwandern, überwiegend in die neuen EU-Länder. Das zeigt die jüngst vom BERI (Business Environment Risk Intelligence)-Institut veröffentlichte „Weltrangliste der Arbeitsproduktivität“. Die Studie wird jährlich als Entscheidungshilfe für die Standortwahl von Industriefirmen erarbeitet. Sie bewertet die Lohnkosten im Verhältnis zur Produktivität, das Ausbildungsniveau der Arbeitskräfte, die Kostenbelastungen durch Sozial- und Mitbestimmungsgesetze sowie die durch Fehlzeiten und Streiks verursachten Kosten.


BERI unterscheidet nach hoch entwickelten, Schwellen- und Entwicklungsländern. In der ersten Gruppe erzielt Deutschland trotz der hohen Lohn- und Lohnnebenkosten wegen der guten Infrastruktur sowie der Motivation und Ausbildung der Mitarbeiter 61 Punkte auf einer im Idealfall bis 100 reichenden Skala. Allerdings schneiden Singapur (84 Punkte), die USA (76), die Schweiz (75), Belgien (73), Japan (73) und die Niederlande (65) besser ab; Spanien, Österreich und Italien sind schlechter. Unter den 19 hoch entwickelten Industrieländern nimmt Deutschland den 15. Platz ein; dies ist ein Abstieg um sechs Plätze seit 1999.

In der Gruppe der Schwellenländer liegen Korea (61 Punkte), Tschechien (56), Ungarn (56) und Polen (53) vorn. Wegen Schwächen in der Infrastruktur und Arbeitskräftequalität sind diese neuen EU-Länder aber nur für Produktionen der „mittleren Technologie“ geeignet. Das trifft auch auf Indien (58), Portugal (58), die Türkei (57) und China (48) zu.

BERI warnt vor der Verlagerung von Betrieben in hierfür ungeeignete Niedriglohnländer. Denn durch Mängel in der Infrastruktur, Ausbildung und Motivation der Arbeitskräfte sowie Bürokratie und Korruption seien in vielen dieser Länder die tatsächlichen Produktionskosten überraschend hoch.

Quelle: www.arbeit-und-arbeitsrecht.de