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Lippische Betriebe entwickeln neue Qualitäten

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Ergebnisse eines Pilotprojektes der Bertelsmann-Stiftung vorgestellt

Von Michael Dahl - Lippische Landeszeitung
Sich gemeinsam für gesellschaftliche Belange engagieren – das haben 70 lippische Unternehmen im Zuge eines Projektes der Bertelsmann-Stiftung getan. In Zukunft sollen es erheblich mehr Betriebe werden.
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Vorreiter für neues unternehmerisches Denken: IHK-Hauptgeschäftsführer Axel Martens, CSR-Sprecher Stephan Westerdick, IHK-Präsident Ernst-Michael Hasse, Birgit Riess von der Bertelsmann-Stiftung sowie die CSR-Gruppensprecher Wolfgang Helas (Hanning & Kahl, Oerlinghausen), Katrin Fasse (Phoenix Contact, Blomberg), Arnd Paas (Sparkasse Detmold) und Jochen Donat (Weder GmbH, Detmold.) Foto: Gerstendorf-Welle

Detmold. Auch wenn die Pilotphase mit der Präsentation am gestrigen Abend in der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold beendet ist, wollen alle „Verantwortungspartner für Lippe“ weitermachen. Deren Sprecher Stephan Westerdick (Unirez GmbH) bemühte eine Analogie aus dem Sport, um den Stand der Dinge aufzuzeigen. Das Halbfinale habe man erreicht, sagte er vor zahlreichen Unternehmern, um ins Endspiel zu kommen, müssten sich aber noch deutlich mehr Firmen beteiligen. Und wenn es dann noch gelinge, die Idee zu verstetigen und in die Bevölkerung zu tragen, dann sei die Meisterschaft erreicht.
Bei dem Vorhaben gehe es darum, „nachhaltig und werteorientiert zu wirtschaften und zu handeln“, sagt Abteilungsdirektorin Birgit Riess von der Bertelsmann-Stiftung, die das kurzfristig verhinderte Vorstandsmitglied Liz Mohn vertrat. Angesichts des demografischen Wandels und des angekratzten Unternehmerbildes sei es gerade für mittelständische Familienbetriebe unerlässlich, eine neue Qualität des Handelns zu entwickeln und „in die Gesellschaft zu investieren“ – und zwar gemeinsam.
Ein Beispiel für diesen zumindest in der Bundesrepublik relativ neuen Ansatz – auf Englisch „Corporate Social Responsibility“ (CSR / Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung) genannt – ist etwa das Projekt „Lipper ist fitter“, das vor dem Hintergrund einer längeren Lebensarbeitszeit das Gesundheitsmanagement in den Firmen verbessern will. Bei der „Familienbetreuung Lippe“ geht es darum, Beschäftigtem bei familiären Angelegenheiten zu helfen – etwa wenn eine Tagesmutter kurzfristig ausfällt –, und dadurch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. In weiteren Arbeitsgruppen spielen eine bessere und frühzeitigere berufliche Orientierung junger Menschen und die Zusammenarbeit von Angehörigen verschiedener Nationalitäten in einem Unternehmen eine Rolle.
Alle Beteiligten machen dabei kein Geheimnis daraus, dass diese Initiativen ganz entscheidend von Eigeninteresse geprägt sind – und sich deshalb auch von Spenden oder Sponsorbeiträgen unterscheiden. CSR habe nichts mit Philanthropie zu tun, sagt Riess, sondern drehe sich entscheidend um die Frage, wo ein Betrieb einen guten Schulabgänger herbekomme und wie er die Fachkraft gewinne. Es geht also ums wirtschaftliche Überleben.